Herpes genitalis - Genitalherpes
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Während der Lippenherpes meist durch Schmier- oder Tröpfcheninfektionen übertragen wird, so gehört der Herpes genitalis zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Er wird, genauso wie der Lippenherpes, von Viren verursacht. Wer sich mit einem Herpes im Genitalbereich ansteckt, der kann den Ausbruch nicht verhindern. Die Schwere und Dauer eines Genitalherpes lässt sich jedoch durch eine gezielte Behandlung reduzieren. In diesem Artikel erklären wir das Wichtigste zu Herpes genitalis.

Was ist ein Herpes genitalis?

Im Volksmund heißt der Herpes genitalis auch oft „Geschlechtsherpes“, „Intim-Herpes“ oder bei Frauen auch „Vaginal-Herpes“. Dabei sollten Sie den Herpes nicht mit eine der rund zwanzig anderen Geschlechtskrankheiten, wie zum Beispiel dem Tripper oder der Syphilis, verwechseln.

Der Herpes genitalis ist eine der weltweit häufigsten Geschlechtskrankheiten und man schätzt dass zwischen 10% und 30% der Weltbevölkerung von einem Genitalherpes betroffen sind. Dieser Herpes an den Geschlechtsteilen wird zu rund 80 % durch den Herpes-Simplex-Virus vom Typ H2 (HSV 2) ausgelöst, während der Herpes-Simplex-Virus Typ H1 hauptsächlich für den Lippenherpes verantwortlich und nur in 20% der Genitalherpes-Fälle beteiligt ist.

Ansteckung

Genitalherpes wird durch Sex übertragen
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Die Ansteckung mit einem Herpes genitalis erfolgt fast immer durch eine Schmierinfektion bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Hierbei gelangt mit Viren versetzte Körperflüssigkeit der infizierten Person entweder direkt oder indirekt zum Geschlechtspartner. Die Viren dringen über minimale Schleimhautverletzungen, zum Beispiel der Vagina, in den Körper ein.

Aus diesem Grund sind die Vagina und der Penis die am häufigsten betroffenen Stellen des Typ 2 Virus. Das Gesicht hingegen ist die am häufigsten betroffene Stelle des Typ 1 Virus.

Falls es sich im Intimbereich um eine Infektion mit dem Typ 1 Virus handelt, so kommt diese durch die Übertragung eines Lippenherpes auf die Genitalregionen zustande. Hierbei spielt durch mit Viren verunreinigte Hände ebenso eine Rolle, wie der Oralverkehr.

Darüber hinaus ist auch eine indirekte Ansteckung mit Herpes über Gegenstände (zum Beispiel Sexspielzeuge) möglich. Bis zu 48 Stunden können die Herpes-Viren außerhalb eines Körpers überleben. Aus diesem Grunde sollte man auch nach einigen Stunden noch aufpassen. Die Viren befinden sich zum Beispiel noch am Sexspielzeug, Kondomen oder der Unterwäsche.

Nicht unerwähnt lassen möchten wir auch, dass sich eine Genitalherpes-Infektion auch während einer Geburt oder Schwangerschaft von einer infizierten schwangeren Frau auf das Neugeborene bzw. ungeborene Kind übertragen kann. Dabei nimmt das Kind oft schweren Schaden an der Haut und den inneren Organen. Rund 50 % der Schwangerschaften einer mit Herpes genitalis infizierten Frau enden mit einer Fehlgeburt.

Einmal Genitalherpes, immer Genitalherpes

Auch wenn es sich furchtbar anhört: wer sich einmal mit einem Herpes infiziert hat, der hat nach der Erstinfektion diese Viren für immer latent im Körper. Dabei ist es egal, ob es sich um den Lippenherpes (Typ 1) oder den Genitalherpes (Typ 2) handelt.

Die Infektion ruht nur, denn einige Erreger/Viren wandern die Nervenbahnen entlang und nisten sich in den Nervenwurzeln ein. Das Immunsystem kann sie nicht entdecken und somit auch nicht bekämpfen, denn die Viren befinden sich in den Nervenknoten in einer Art Ruhezustand.

Jederzeit kann nun ein erneuter Ausbruch des Herpes genitalis stattfinden. Durch verschiedene Auslöser, wie zum Beispiel Stress, körperliche Anstrengung oder eine Erkältung, wandern die Viren zurück zur Hautoberfläche und verursachen einen erneuten Ausbruch des Herpes.

Auch Hautverletzungen oder ein zu viel an Sonne (UV-Strahlung), sowie auch Medikamente und Hormonumstellungen können eine Reaktivierung auslösen.

Eine Reaktivierung durch eine Infektion mit HSV2 Viren (Typ 2) tritt leider häufiger auf als eine Reaktivierung durch eine Infektion mit HSV1 Viren (Typ  1). Generell kann man sagen, dass die Häufigkeit von erneuten Ausbrüchen mit zunehmendem Alter abnimmt.

Symptome und Verlauf

Die ersten Anzeichen/Symptome bei Genitalherpes treten meist nach zwei bis zehn Tagen auf. In seltenen Fällen dauert es auch länger; bis zu drei Wochen wurden bereits dokumentiert.

Die ersten Anzeichen des Herpes sind meist lediglich ein Kribbeln, Jucken oder Brennen. Dieses tritt an den Geschlechtsteilen, aber auch am After, Gesäß oder im Schritt auf. Die Geschlechtsteile röten sich und beginnen anzuschwellen.

Mit Voranschreiten der Infektion bilden sich, ähnlich wie beim Lippenherpes, kleine Bläschen. Diese sind mit klarer Flüssigkeit gefüllt (Achtung: hochansteckend!) und haben eine gerötete Hautumgebung. Eitrige Krusten findet man ebenfalls vor.

Viele Patienten berichten darüber hinaus beim Herpes genitalis über Fieber, Unwohlsein mit Glieder-, Kopf- und Muskelschmerzen. Geschwollene Lymphknoten an den Leisten aufgrund der Virusinfektion sind häufig; Schmerzen beim Wasserlassen möglich.

Patienten, die bereits mit dem Virus Typ 2 (HSV 2) infiziert sind, haben meist weniger oder schwächere Symptome, da das Immunsystem des Körpers sich bereits an die Herpes-Viren angepasst hat.

Die Krankheit verläuft in der Regel gradlinig und ist nach ein paar Tagen bis hin zu ca. 4 Wochen ausgestanden.

Nur selten treten Komplikationen auf, z.B. bei Menschen mit insgesamt schwachem Immunsystem. In solchen Fällen kann sich der Herpes über das gesamte Gesäß, bis hin zu den Schenkeln und sogar an den Fingern ausbreiten.

Die Gefahr zu erkranken ist bei immunschwachen Patienten deutlich höher. Ein HIV-Patient ist z.B. häufig auch mit einem oder mehreren Herpes-Viren infiziert. Andersherum sind Patienten, die unter einem Genitalherpes leiden, einer größeren Gefahr ausgesetzt, sich andere (Geschlechts-) Krankheiten zuzuziehen. Dies gilt insbesondere bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder Sexpraktiken, die zu Verletzungen führen können.

Wie wird Genitalherpes diagnostiziert?

Bei der Erstinfektion mit einem Herpes genitalis ist ein Abstrich und (selten) ein Blutbild nötig. Der behandelnde Arzt kann zwar durch eine Inaugenscheinnahme der Geschlechtsteile eine Verdachtsdiagnose auf Herpes stellen, allerdings gibt es Krankheiten mit ähnlichem Krankheitsbild. Die sicherste Diagnose ist die Abnahme von Flüssigkeit aus den Bläschen. Im Labor kann unter dem Mikroskop festgestellt werden, ob es sich um Herpesviren handelt und welcher Typ es ist.
Das Blutbild kann dann als weitere Diagnose zusätzlich belegen, ob sich entsprechende Antikörper gegen den Virus im Blut gebildet haben.

Behandlung des Herpes genitalis

Der Herpes genitalis kann nicht geheilt werden. Alle gängigen Medikamente können lediglich die Symptome abschwächen und die Dauer der Krankheit verkürzen.

Der Genitalherpes wird mit antiviralen Medikamenten behandelt. Diese sollten vom Arzt verordnet werden. Neben antiviralen Mitteln in Tablettenform kann der behandelnde Arzt in schlimmen Fällen sogar direkt die betroffenen Stellen spritzen.

Aufgrund der schmerzhaften Symptome empfehlen wir auch keine Hausmittel, wie Teebaumöl, usw. Die Behandlung kann jedoch durch solche Mittel tatkräftig unterstützt werden.

Der Wirkstoff L-Lysin kann als direkter Gegenspieler zum Arginin einem Ausbruch von Herpes vorbeugen und bei einem bestehenden Ausbruch die Schwere und Dauer der Herpes-Attacke reduzieren.

Es ist durch Studien belegbar, dass das Herpes-Virus zur Vermehrung Arginin benötigt. Nimmt man nun während eines Herpes-Ausbruches L-Lysin als Nahrungsergänzung zu sich, so wird der Ausbruch geringer und/oder schwächer (Nachweise hier).

Vorbeugen von Genitalherpes

Der Herpes genitalis ist eine sexuell übertragbare Krankheit. Ungeschützter Geschlechtsverkehr ist hierbei ein großes Ansteckungsrisiko. Hilfreich ist daher der Verkehr mit Kondom. Man sollte jedoch im Hinterkopf behalten, dass selbst mit Kondom eine Ansteckung möglich ist.

Darüber hinaus helfen eine Arginin-arme Ernährung, eine eventuelle Gabe von L-Lysin, ein funktionierendes Immunsystem und die Vermeidung von Stress bei ausreichend Schlaf am besten gegen eine regelmäßige Reaktivierung des Herpes.