Kolloidales Silber gegen Herpes?

kolloidales Silber hilft nicht gegen Herpes
Kolloidales Silber - nicht gegen Herpes | © panthermedia.net / Mihai Barbu

Immer wieder liest man im Internet, dass kolloidales Silber (zum Beispiel Silberwasser) gegen verschiedenste Infektionen, unter anderem auch Herpes wirkt. Wir haben uns mit dem Thema befasst.

Was ist kolloidales Silber?

Bei Kolloidalem Silber (lateinisch argentum colloidale) handelt es sich um Lösungen aus besonders feinen Partikeln elementaren Silbers (Nanosilber) oder alternativ um schwerlösliche Silberverbindungen und deren Dispersionen (Silberwasser).

Herstellung

Zur Herstellung von kolloidalem Silber gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es kann zum Beispiel zermahlen werden (in sogenannten Kolloidmühlen). Es kann aber auch elektrolytisch oder rein chemisch hergestellt werden. Zu beiden Punkten gibt es verschiedene Verfahrensmöglichkeiten.

Kolloidales Silber und seine Wirkung

Bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde kolloidales Silber äußerlich und auch innerlich zu vielen medizinischen Zwecken im Bereich der Infektionsbekämpfung angewandt. Aufgrund der hohen Kosten wurde es aber alsbald von wirksamerer Medizin abgelöst, zumal auch die Herstellung selbst Schwierigkeiten mit sich brachte.

Die Annahme, dass kolloidales Silber gegen Bakterien, Pilzen und Viren hilft, wurde aufgrund verschiedener „in Vitro“ Tests getroffen. In Vitro bedeutet „außerhalb eines Lebewesens“ und zeigt, dass die Bekämpfung gegen Bakterien und Co. zumindest im Labor funktioniert.

Die Anwendung

Innerliche Anwendung

In Deutschland ist das Inverkehrbringen von kolloidalem Silber als Nahrungsergänzungsmittel aktuell nicht erlaubt. Allerdings wird es dennoch im Internet beworben, häufig mit dem Hinweis, in anderen westlichen Ländern, wie zum Beispiel Amerika und Australien sei die Einnahme immer noch üblich. Das können wir natürlich nicht genauer prüfen, aber es bleibt festzuhalten, dass in Deutschland Produkte mit dem Wirkstoff zur innerlichen Anwendung unter das Arzneimittelgesetz fallen und einer Genehmigung bedürfen, inklusive des gesamten Prozesses einer Arzneimittelherstellung, wie zum Beispiel klinische Studien.

Äußerliche Anwendung

Zur äußerlichen Anwendung wird kolloidales Silber aufgrund seiner antimikrobiellen Wirkung in vielen Produkten eingesetzt. Hier sind zum Beispiel Cremes, Seifen und andere kosmetische Produkte zu nennen. Da es tatsächlich aber keine ausreichend große Datenmenge über die Wirksamkeit gibt, sondern nur kleinere Studien, ist die Wirksamkeit zumindest fragwürdig.

Gefahren

Durch die Einnahme von kolloidalem Silber besteht die Gefahr, dass sich Silberablagerungen im Organismus anreichern. Dies kann zu neurologischen Beeinträchtigungen und laut Wikipedia auch zu Krampfanfällen, Schwindel, Geschmacks- und Gangstörungen führen. Auch über die Haut kann sich das Silber im Köper vermutlich anreichern, insbesondere bei großflächiger Anwendung.

Kolloidales Silber gegen Herpes?

Aufgrund der antiviralen Eigenschaften (kolloidales Silber blockiert die Bindung der Viren an die Wirtszellen) wird vielfach empfohlen, kolloidales Silber gegen Herpes und Lippenherpes im Allgemeinen einzusetzen. Sicherlich kann kolloidales Silber auch tatsächlich die Infektion lindern bzw. verkürzen.

Wir von herpes-lippenherpes-bekämpfen.de sind der Meinung, dass man kolloidales Silber nicht verwenden sollte.

Innerlich aufgrund der möglichen Nebenwirkungen sowieso nicht, äußerlich mag es seine Wirkung tun, aber aufgrund der vielen möglichen und vermutlich besser wirkenden Alternativen sollte man es dennoch meiden. Zumindest solange die genannten oder andere Alternativen in Reichweite sind.

Fazit

Kolloidales Silber kann gegen Bakterien, Viren und Pilze wirken und somit auch bei Herpes und Lippenherpes helfen. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen und Gefahren sollte man es jedoch nicht verwenden.

Quelle: Wikipedia

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*